Sanierung Wohn- und Geschäftshaus Neustadt 458

Bauort:   Neustadt 458, Landshut
Bauleitung: IB Rosemann
Fotos vorher:
Peter Litvai
Fotos nachher:
Rolf Sturm
Bauzeit:
10/2012 - 5/2014
Weitere Infos

Baugeschichte

Das Haus Neustadt 458 ist als Einzeldenkmal in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz eingetragen. Hier findet sich folgende Beschreibung:  Wohn- und Geschäftshaus, viergeschossiger Walmdachbau zu fünf Achsen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert. Wie viele Häuser in der Landshuter Innenstadt ist das Gebäude aber im Kern viel älter. Bei einer baugeschichtlichen Untersuchung wurden die verschiedenen Umbauten und Erweiterungen auf Grundlage von dendrochronologischen Untersuchungen, Archivforschung und Bauteilöffnungen rekonstruiert.

Umbau und Sanierung

In der knapp zweijährigen Sanierungsphase wurde das Treppenhaus wieder an den ursprünglichen Ort mit direktem Zugang von der Grasgasse verlegt und ein Aufzug eingebaut. Dadurch entstanden zeitgemäße und barrierefrei Wohnungen mit großzügigen Bädern, die den Standards des altersgerechten Bauens entsprechen. Sämtliche Installationen sind erneuert, Fußbodenheizung mit Fernwärmeanschluß und kontrollierte Wohnraumlüftung eingebaut, Wärmedämmung des Daches und und der Nord- und Westfassade mit Mineralschaum. Die vor etwa 25 Jahren nach Vorgaben des Denkmalschutz gestalteten Fenster sind mit einem innen davorgesetzten Fenster zu Kastenfenstern ergänzt, um einen besseren Schallschutz und Wärmeschutz zu erreichen. Einige Innentüren wurden erhalten und restauriert, die neuen Wohnungstüren nach historischem Vorbild gestaltet.

Die alten Holzbalkendecken, die zum Teil in statisch abenteuerlichen mehrlagigen Konstruktionen Spannweiten von bis zu 14m frei überspannen und bis zu 1m stark sind, blieben erhalten und wurden saniert. Die Fassadenfarbe ist ein Originalbefund, eine Mischung aus Kalk und Asche, die in Zusammenarbeit mit Restaurator und Bauforscher nachempfunden wurde. Für den Anstrich wurde Mineralfarbe verwendet, die neben langer Haltbarkeit und Feuchteunempfindlichkeit eine lebhafte Struktur aufweist. Auch im Inneren wurden hochwertige und denkmalgerechte Materialien verwendet, wie Kalkputz, Mineralfarbe, Eichenparkett, in den Wohnräumen im Fischgrätverband verlegt, und Solnhofer Platten. Besonderer Wert wurde auf die originalgetreue Rekonstruktion der Schaufenster und Haustüren gelegt.

Entstanden sind insgesamt 5 Wohnungen zwischen 76m² und 100m², teilweise mit Balkon zum Innenhof. Im Erdgeschoss sind zwei Läden untergebracht, die bei Bedarf auch nochmals unterteilt werden können. Im 1. Obergeschoss liegt ein Büro mit ca. 100m², hier konnten die Stuckdecken aus der letzten Bauphase um 1880 erhalten werden. Der Innenhof wird ebenfalls von nachträglichen Einbauten entkernt und neu gestaltet.

Veröffentlichungen

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